Furchenbewässerung
Es gibt verschiedene Arten der Bewässerung eines Weinbergs. Die beiden in Mendoza am weitesten verbreiteten Methoden sind die Furchenbewässerung und die Tröpfchenbewässerung, je nachdem, wo man sich befindet. Beide haben ihre eigenen Vorteile und Daseinsberechtigung.
Die Bewässerungssysteme, die von den Ureinwohnern der Huarpe vor der Ankunft der Europäer entwickelt wurden, waren der Schlüssel für eine erfolgreiche Landwirtschaft in der Region, und diese Systeme werden auch heute noch genutzt. Seit Jahrhunderten leiten Bewässerungskanäle und Aquädukte das Wasser aus den Anden in die tiefer gelegenen Andengebiete und bringen frisches Trinkwasser in die Städte.
Mit einem Mythos aufräumen
Nur wenige Praktiken im Weinbau werden so missverstanden wie die Bewässerung. In der Regel denkt man bei der Bewässerung an heiße, trockene Gebiete und an Methoden wie Furchen- oder Sprinklersysteme zur Steigerung der Erträge von Tafeltrauben und Massenweinen. Dies untermauert, die vor allem in Frankreich, weit verbreitete Meinung, dass hervorragende Weine ausschließlich aus Gebieten der Trockenlandwirtschaft stammen und dass Bewässerung zwangsläufig die Qualität mindert. Aber was ist eigentlich Bewässerung? Ganz einfach: Sie ist eine künstliche Immitation von Niederschlag. Infolgedessen ist die Bewässerung in Regionen mit reichlich Regen wie dem Burgund, Bordeaux, Deutschland und einigen anderen nicht nötig (und in einigen Teilen der EU sogar verboten). Wie alle Pflanzen benötigen auch Weinreben Wasser; daher ist an Orten wie Mendoza, wo die jährlichen Niederschläge minimal sind (Mendoza erhält etwa 190 mm pro Jahr im Vergleich zu 950 mm in Bordeaux), Schmelzwasser aber reichlich vorhanden ist, eine Bewässerung unerlässlich. Während ein leichtes Maß an Wasserstress für die Reifung der Früchte von Vorteil ist und die Weinqualität potentiell verbessert, kann zu viel Stress schädlich sein. In solchen Fällen ist eine sorgfältig kontrollierte Bewässerung essentiell.
Tröpfchenbewässerung vs. Furchenbewässerung
In Mendoza sind die beiden gängigsten Methoden zur Bewässerung eines Weinbergs die Furchenbewässerung und die Tröpfchenbewässerung. Bei der Tröpfchenbewässerung werden in der Regel lange Plastikschläuche in jeder Reihe verlegt, normalerweise mit einem Tropfer an jeder Rebe. Bei der antiken Furchenbewässerung, die in unserem Weinberg zum Einsatz kommt, wird das Wasser aus einem Versorgungskanal in die Reihen geleitet und vom trockenen Boden aufgesaugt.
Was ist das Besondere an der Furchenbewässerung und warum ist sie die richtige Methode für unseren Weinberg?
Wasser ist in Hülle und Fülle vorhanden
Zunächst einmal verschwenden wir kein Wasser. Wir bewässern nur während der sehr heißen Tage in der Wachstumsperiode ein- oder zweimal pro Woche und nur so viel, wie unsere Reben benötigen. Obwohl die Niederschläge minimal sind, ist das Schmelzwasser der Andengletscher reichlich vorhanden. Es wird im Potrerillos-See gespeichert und dann über den Rio Mendoza nach Mendoza geleitet. Dies gibt uns die Möglichkeit, unsere Weinberge mit sehr kühlem und kristallklarem sauberem Wasser zu bewässern.
Uraltes Handwerk: Es ist nicht einfach, die Furchenbewässerung richtig auszuführen. Dazu braucht man jemanden mit Erfahrung, der diese alte Kunst beherrscht. Eine Voraussetzung dafür, dass die Furchenbewässerung funktioniert, ist, dass das Land im Allgemeinen flach sein muss. Aber natürlich kann es nicht völlig flach sein, sonst würde das Wasser nicht durch den Kanal fließen. Unser Weinberg ist 700 Meter lang und weist vom Anfang bis zum Ende einen Höhenunterschied von 5 Metern auf. Das bedeutet, dass die Kanäle mit dem richtigen Gefälle angelegt werden müssen. Der Kanal ist zu steil? Das Wasser wird zu schnell fließen und die Kanäle auswaschen. Ist der Kanal zu flach? Das Wasser fließt zu langsam und erreicht nicht alle Reben. Der Kanal ist zu tief? Das Wasser wird verschwendet. Nur mit der richtigen Gestaltung des Kanals kann eine ressourcenschonende Bewässerung erreicht werden, die die Pflanzen nicht überschwemmt. Glücklicherweise gibt die Familie unseres Verantwortlichen Alejandro dieses Wissen bereits über Generationen weiter, so dass wir dank dieser alten Tradition in guten Händen sind.
Positive Auswirkungen auf den Säuregehalt des Weins: Gehen wir gemeinsam in den Chemieunterricht und sprechen über unseren Boden. Unser Boden ist sehr sandig, was bedeutet, dass das Wasser, das durch die Bewässerung kommt, schnell tief in den Boden einsickert. Deshalb müssen unsere Pflanzen tief in den Boden eindringen, um das Wasser zu erreichen. Zum Glück ist das für sie kein Problem, denn sie sind mehr als 100 Jahre alt und haben ein gut entwickeltes Wurzelsystem. Würden wir dagegen mit Tröpfchenbewässerung bewässern, gäbe es einen konstanten, kleinen Wasservorrat und die Reben könnten ihr Wasser von der Oberfläche beziehen. Aber wo liegt der Unterschied? In unseren Böden sind die oberen Schichten reichhaltiger an Kalium als die unteren Schichten, was bedeutet, dass unsere Reben und Trauben bei einer Tröpfchenbewässerung einen höheren Kaliumgehalt aufnehmen würden. Ist das eine gute oder schlechte Sache? Nun, das hängt von vielen Faktoren ab, einer der wichtigsten ist die Rebsorte. Riesling zum Beispiel ist eine Rebsorte, die von Natur aus einen sehr hohen Säuregehalt hat, so dass eine höhere Kaliumzufuhr ein willkommener Effekt sein kann, um den Wein weicher zu machen. Malbec hingegen hat von Natur aus einen geringeren Säuregehalt, so dass ein noch geringerer Säuregehalt durch eine höhere Kaliumzufuhr die Frische und das Alterungspotenzial unserer Weine beeinträchtigen würde.
Natürlich können wir hier nicht verallgemeinern und sagen, dass eine Furchenbewässerung immer zu einem höheren Säuregehalt führt. Bodentypen, Temperaturen und vieles mehr spielen eine Rolle, aber in unserem Fall führt die Furchenbewässerung tatsächlich zu einem besseren Wein.
Fördert die Gesundheit des Weinbergs: Unsere Reben sind ungepfropft. Auf der positiven Seite bedeutet dies, dass sie den reinsten Ausdruck von Malbec zeigen, da sie auf ihrem eigenen Wurzelstock stehen. Auf der negativen Seite bedeutet dies aber auch, dass sie nicht immun gegen schädliche Krankheiten wie Nematoden oder die Reblaus sind. Im Allgemeinen hat z.B. die Reblaus es schwer, auf sandigen Böden, wie wir sie in Perdriel haben, zu gedeihen. Aber die Furchenbewässerung ist eine weitere Hilfe, da sie diese Schädlinge aus dem Weinberg spült.
Wir hoffen, dass diese Seite Ihnen ein besseres Verständnis für unsere Bewässerungsmethode vermittelt hat und warum wir sie anwenden. Wenn Sie interessiert sind, finden Sie unten zwei Videos, die zeigen, wie die Bewässerung im Weinberg aussieht.